Trinkgeld für Dienstleister

– Meine persönliche Meinung –

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Was ist üblich?

Sehr oft erkundigen sich zukünftige Bräute im Internet, wie die anderen Hochzeitspaaare mit Trinkgeldern handhaben. Während die Kirche meist eine Spende erhält und Trinkgelder in der Gastronomie irgendwie selbstverständlich sind, sieht es bei den restlichen Dienstleistern etwas anders aus? Hier herrscht oftmals eine große Unsicherheit. Gehört sich das? Erwarten Dienstleister ein Trinkgeld auf einer Hochzeit?

Professionelle Kalkulation

Vorab möchte ich sagen, dass ich natürlich nur für mich und von meinen Erfahrungen ausgehend sprechen kann. Zunchächst einmal sind wir alle selbstständig und sollten auch in der Lage sein, nicht auf ein Trinkgeld angewiesen zu sein. Das soll nicht heißen, dass wir ein Trinkgeld miteinkalkulieren. Das bedeutet, dass die Preise eines jeden professionellen Dienstleisters überhaupt eine Kalkulation zugrundeliegen sollte. Es gibt natürlich auch viele, die einfach Zahlen nach „Gut Dünken“ in den Raum schmeißen und noch nie berechnet haben, was sie eigentlich für ihren Aufwand berechnen müssen. Gehen wir also mal davon aus, dass die Kosten und der Aufwand des Dienstleisters monetär gesehen abgedeckt ist. Bei uns Fotografen ist es meiner Meinung nach eher ünüblich, ein Trinkgeld von den Paaren zu bekommen. Ebenso bei Videoteams, Floristen, Wedding Plannern und anderen schöpferischen und künstlerischen Dienstleistern.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ihr habt es sicherlich geahnt: natürlich gehören auch Stylisten irgendwie zu den schöpferisch tätigen Dienstleistern. Doch hier sehe ich das mit dem Trinkgeld etwas anders, da ich bei meinem normalen Friseurbesuchen ja auch Trinkgeld zahle. Von daher würde ich persönlich bei den Stylisten schon ein Trinkgeld einplanen.

Ebenso gehört es sich, der Kirche eine Spende entgegenzubringen, sofern sie dies nicht ohnehin schon von sich aus festgelegt hat. Diese Spende kommt meistens einer Organisation eurer Wahl zu Gute und ist auf jeden Fall eine tolle Sache.

Trinkgeld für DJs, Musiker & Servicekräfte

DJs und Live-Musiker sind eine weitere Ausnahme, bei der ihr aus dem Bauch heraus entscheiden solltet. Ich persönlich würde eher dazu tendieren, dass die Dienstleister für die Musik schon ein Trinkgeld bekommen sollten.

Bei den Servicekräften ist es ja eigentlich klar: sie bekommen ein Trinkgeld. Hier würde ich mich allerdings vorher bei der Location erkundigen, wie das mit dem Trinkgeld gehandhabt wird. Vielleicht könnt ihr das Trinkgeld der Location auch direkt aushändigen, sodass der Inhaber dieses dann gerecht an die Servicekräfte und das restliche Personal verteilen kann. Denn der Koch und die Mitarbeiter hinter den Kulissen sollten natürlich auch nicht vergessen werden – das wäre ein echtes NoGo. Am besten sprecht ihr mit dem Inhaber. Im Restaurant sind in Deutschland 10% des Rechnungsbetrages angemessen. Hier habt ihr natürlich das Recht, euch einen Höchstbetrag zu überlegen. Denn wenn die Location mit Kosten im fünfstelligen Bereich zu Buche schlägt, ist ein Pauschalbetrag durchaus legitim.

Weitere Anregungen

Gibt es sonst noch irgendwelche Personen, die man vielleicht schnell vergisst? Viele Brautpaare haben kleine Geschenke für die Blumenkinder, Trauzeugen sowie andere wichtige Personen vorbereitet. Während die Blumenkinder sich natürlich über materielle Geschenke freuen, werden die anderen „wichtigen“ Personen des Tages und die fleißigen Helfer oftmals auch in einer Rede erwähnt.

Nicht nett, sondern selbstverständlich

In einigen Blogs liest man, dass sich DJs, Geistliche und Foto-/Videografen über eine Einladung zum Essen freuen. Während ich das bei den Geistlichen definitiv gelten lasse, da diese ansonsten nicht einfach zu eurer Feier kommen werden, ist es hingegen bei den ohnehin auf der Feier anwesenden Dienstleistern nicht nur nicht nett, sondern ein absoluter Faux-Pas, sie nicht beim Essen mit einzuplanen. Immerhin begleiten Fotografen, Wedding Planner oder Musiker euch den ganzen Tag und im Sommer möchte glaube ich niemand abends ein Butterbrot auspacken, dass den ganzen Tag im Auto gelegen hat, oder? Ich habe immer ein paar Powerriegel und Energydrinks dabei, um mich im Notfall „am Leben“ zu halten (klingt übertrieben, ist es aber nicht). Zum Glück ist es aber erst sehr wenige Male vorgekommen, dass ich nicht zum Essen eingeplant war. Das ist aber ein Thema, was einen eigenen Blogeintrag verdient. 😉

Alternativen zum Trinkgeld | Wertschätzung

Wie ihr seht, gibt es also bezüglich des Themas „Trinkgeld für Dienstleister“ gewisse Regeln, die es zu beachten gilt. Immerhin möchte man erstens nicht in ein Fettnäpfchen treten und ein paar Punkte für das Karma-Konto sind sicherlich auch nicht verkehrt.

Was mich (und viele andere Herzblut-Dienstleister) von Herzen freut, sind aber ganz andere Dinge. Das kann eine von Herzen geschriebene Dankeskarte sein oder etwas zum Naschen. Manchmal ist es auch eine Flasche Wein oder einfach nur eine superliebe Nachricht, wenn die Bilder angekommen sind. Berichtet uns, ob euch unsere Leistung gefällt und was euch besonders gut gefällt. Nichts ist wichtiger als ein ehrliches Feedback. Wir kreativen Köpfe machen uns lange Gedanken, wie wir euren Tag perfekt machen können. Wenn wir dann eine nette Rückmeldung, die über einen Zweizeiler hinausgeht, bekommen, freuen wir uns riesig. Eine positive Google-Bewertung hilft uns nicht nur emotional, sondern auch praktisch immer unheimlich weiter. Und ganz wichtig: wenn ihr zufrieden wart, empfehlt uns bitte so vielen Menschen wie möglich weiter. So eine Unterstützung ist wirklich Gold wert.

 

Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Anreiz zum Thema „Trinkgeld“ geben konnte. Manchmal ist eine ehrliche Wertschätzung viel mehr Wert als Geld.

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